Allen Jones mit Wolfram Kons auf seinem Anwesen in der Nähe von London, © Geuer & Geuer Art, Düsseldorf
Allen Jones mit Wolfram Kons auf seinem Anwesen in der Nähe
von London, © Geuer & Geuer Art, Düsseldorf
Allen Jones vor seinen Werken aus den 1970er Jahren, © Archive Allen Jones
Allen Jones vor seinen Werken aus den 1970er Jahren,
© Archive Allen Jones

ÜBER ALLEN JONES

Neben David Hockney und Richard Hamilton ist Allen Jones einer der bedeutendsten Vertreter der britischen Pop-Art der ersten Stunde. Mit seinen Möbelskulpturen, die Frauenkörper in aufreizenden und oftmals unterwürfigen Posen zeigen, erlangte der 1937 in Southampton geborene Künstler 1969 Jahre Weltruhm. Die umstrittenen und kontrovers diskutierten Kunstwerke bewegen sich an der Grenze zum Möbeldesign und zeigen zum Tisch, Stuhl oder Hutständer umfunktionierte weibliche Schaufensterpuppen. Diese sind nicht nur provokativ in Lack und Leder gekleidet, sondern auch an Händen und Füßen mit Fesseln versehen. Thematisch betrachtet ist Jones mit seinen Frauendarstellungen als Domina und sexuellem Fetischobjekt den revolutionären Fotoarbeiten Robert Mapplethorpes, in denen sexuelle Vorlieben wie BDSM künstlerisch inszeniert werden, bereits einige Jahre voraus.

Aufgrund seiner provokanten Arbeiten, in denen es oftmals um die Betonung eines sexuellen Fetischismus geht, avanciert Jones schnell zum prägnantesten Künstler der britischen Pop-Art, haben seine Gemälde und Skulpturen eine unverwechselbare Handschrift und hohen Widererkennungswert.

Seine zum Fetisch stilisierten Objekte tragen meist Stöckelschuhe oder Lackstiefel, sind mit Peitschen ausgestattet und in Reizwäsche gekleidet. Zwar polarisieren sie die Betrachter, doch katapultieren sie Jones schnell an die Spitze der internationalen Kunstszene der 1960 und 70er Jahre. Es folgen zwei Teilnahmen an der documenta in Kassel (1964 und 1968) und große Einzelausstellungen in bedeutenden Museen auf der ganzen Welt. So befinden sich seine ikonischen Werke u. a. in den Kunstsammlungen des Museum of Modern Arts in New York, dem Ludwig Museum in Köln und der Tate Gallery in London, in der er sogar seinen eigenen Ausstellungsraum hat.

Die Royal Academy of Art ernennt ihn 1986 zum vollwertigen Mitglied, 26 Jahre nach seinem Rauswurf aus dem Londoner Royal Collage of Art, das das Aufkeimen der Pop-Art 1960 als zu rebellisch empfand und mit Jones Rauswurf ein Exempel statuieren wollte. 1963, keine drei Jahre später, erhält er seine erste von vielen internationalen Auszeichnungen: den Prix des Jeunes Artistes der Pariser Biennale. Lehraufträge in den USA, England und Deutschland folgen. Heute lebt und arbeitet der 84-jährige in der Nähe von London.

IMPRESSIONEN DER INSIDE ART DOKUMENTATION

Fotos © Geuer & Geuer Art

„ntv inside art: Allen Jones – Legende der Pop-Art“ präsentiert von Wolfram Kons

Erstausstrahlung: Freitag, 26. November 2021 um 18:30 Uhr bei ntv
Wiederholung: Samstag, 04. Dezember 2021 um 08:30 Uhr und Sonntag, 05. Dezember 2021 um 10:30 Uhr